From the Lighthouse

Welcome back to Riga,

sollte doch der Titel sein. War ausverkauft. Nicht verfügbar.
Warum? Eine kleine Reise nach Deutschland war sehr schön, hatte ich doch genug Zeit, Familie und Freunde zu treffen, alte Zeiten und neue aufleben zu lassen. Ich danke euch allen dafür!

Ich fuhr einmal zu oft an Toms Tempel in der Otto-Suhr vorbei, war einmal zu wenig in Friedrichshain, um die Rigaer zu besuchen. Ich war oft genug in der Neustadt, nicht aber in der Schweiz. Wohnte in meiner Wohnung, aber nicht in meinem Zimmer. Fuhr Bahn und Bus, wurde wenig beschimpft (danke Zoo!), sah ein paar archetypische Hipster, lernte das Wort Schwabylon.

Blogs gibt es nur von Riga aus.

Doch gab es irgendwie einen kleinen Haken an der Sache. Es fühlt sich merkwürdig an, zu Hause zu sein. I don’t know why. Tha Shugah?! So als würde mein Herz nach Riga gehören. Als wäre zu Hause sein ein Urlaub vom Erasmus-Dasein. Ein Betrug an der Sache. Dabei war es eigentlich nur die Sehnsucht. (Eine Pause vom Partyleben wohl eher nicht.)
Entkopplung. Heimweh nach Ferne. Fernweh nach Heim. Eine Heimreise ist wie ein Blick von oben auf die Weite des Meeres. Er wirft einen Lichtkegel hinaus. Bis ins Bathyalpelagial reicht kein Licht.

Weil das Thema kurz mal aufkam in verschiedenen Situationen und ich es jetzt kommentieren möchte, um zu sehen, ob sich meine Meinung bis zum Ende unter Umständen ändert (Selbstreflektion): Erasmus erscheint mir ein wenig wie Stillstand. Als wäre die Zeit gefroren, um uns zu erlauben, unsere inneren Gedanken zu entdecken. Verändert man sein Auftreten während des Aufenthalts? Oder kommen nur die Züge zu Tage, die bisher keine Möglichkeiten hatten, die Tiefe unserer Charaktere zu verlassen und zu erblühen?
Ich glaube, der Wandel kommt erst nach dem Aufenthalt. Wenn man erkennt, dass Dinge relevant oder irrelevant sind. Ich meine gemachten Erfahrungen auch auf mein normales Leben anwenden kann. Persönlichkeiten in einem etwas anderen Blickwinkel verstehen lerne.
Ich glaubte zwar, dass ich im Ausland mich nicht anders verhielte als zu Hause, aber die Annahme war unverhältnismäßig arrogant – natürlich sind wir „anders“ im Erasmus. Doch erlangen wir nicht wirklich Neues, sondern nur „Altes“, oder „bisher Unbekanntes“. Was uns unterscheidet: Wir machen Erfahrungen und schließen Freundschaften, die aufgrund ihrer Basis im Erasmusjahr immer einen besonderen Stellenwert bekommen, da sie doch eine außergewöhnliche Umgebung beinhalten. Eine individuelle Note wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung, die jedoch einmalig bleibt, da unsere Zeit hier einmalig für uns ist.

Ich packe mir selbst eine Favoritenmarkierung auf meinen eigenen Beitrag und berichte am Ende, ob ich meine Meinung geändert habe. Oder nicht.

Song of today: Trivium – Strife (Live)

‚I quite agree with you,‘ said the Duchess; ‚and the moral of that is – „be what you seem to be“ – or, if you’d like it put it more simply – „never imagine yourself not to be otherwise than what it might appear to others that what you were or might have been was not otherwise than what you had been would have appeared to them to be otherwise.“‚

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About Martin

Hey everyone, I'm Martin, a German medical student from Dresden. I am participant of the Erasmus programme, currently studying in Riga, Latvia.
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